Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich was von mir hören ließ. Irgendwie verging die Zeit so schnell! Aber egal, jetzt gibt es was Neues.

Schon seit längerem wollte ich das Tunesische Häkeln ausprobieren. Als ich im Sommer Wolle bestellte, nahm ich die Gelegenheit wahr und bestellte mir auch gleich  Tunesische Häkelnadeln dazu.  Im Gegensatz zur normalen Häkelnadel ist die tunesische ein ganzes Stück länger und hat am Ende der Nadel eine Verdickung oder Hülse, damit die Maschen nicht runterfallen können.

DSC06487.1 Da ich nicht genau wusste, wie das Tunesische Häkeln funktioniert, suchte ich nach einem Anleitungsvideo.  Meiner Ansicht nach geht es total einfach, man muss die Häkelarbeit nicht mal wenden!

Aus dem quadratischem Probestück wurde dann ein Topflappen, der mir sehr gut gefällt.

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Nun zu meinem neuen Schal. Seit ziemlich genau einem Jahr wartet ein blaues Garn darauf, dass es verarbeitet wird. Ich hatte es bei einem Einkauf in einem Discounter mitgenommen, weil mir die Farbe in verschiedenen Blautönen so gut gefiel.

Die Wolle ist für Nadelstärke 6 geeignet. Da ich aber einen sehr weichen Schal wollte, verwendete ich hier eine Nadel Nr.8. Für das Tunesische Häkeln wird ausserdem empfohlen, die Nadel ein oder zwei Nummern größer zu nehmen.

 

Zuerst häkelte ich eine Luftmaschenkette mit 30 Luftmaschen, danach zog ich den Faden durch die zweite Masche und beließ die Schlinge auf der Nadel. So werden alle angeschlagenen Maschen gearbeitet. Ich hatte nun 30 Schlingen auf der Nadel. Bei der letzen zog ich den Faden durch die Schlaufe. Das wird die Randmasche. Nun werden immer zwei Maschen zusammen abgemascht, d. h. der Faden wird durch zwei Schlingen gezogen, dann folgen die nächsten zwei. Bei den letzten beiden Maschen wird der Faden durchgezogen, die Schlaufe bleibt auf der Nadel. Nun beginnt die neue Reihe, in dem man den senkrechten Faden aus der Vorreihe aufnimmt, den Faden durchzieht und somit eine neue Schlaufe auf der Nadel hat. Bei dieser Art des Häkelns wird die Arbeit nicht gewendet; Hin- und Rückreihen werden immer auf der gleichen Seite gearbeitet.

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Auf diesem Bild seht Ihr das besondere Maschenbild des tunesischen Häkelns. Das hier ist das Grundmuster. Je nachdem wie man in die Masche einsticht um den Faden zu holen ergibt sich ein anderes Maschenbild. Bei dem Probestück/ Topflappen auf dem zweiten Bild oben seht Ihr in der Mitte der Arbeit rechte Maschen. Es gibt noch einige andere Muster, aber ich begnüge mich im Moment mit diesen beiden. Auf YouTube gibt es eine ganze Reihe von Anleitungsvideos.

Hier nun seht Ihr meinen fertigen Schal/Loop.

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Nachdem ich, die für mich, optimale Länge erreicht hatte, musste ich nur noch die letzte Reihe häkeln. Das geht ähnlich wie beim Stricken. Durch den senkrechten Faden der Vorreihe die Schlinge ziehen und durch beide Schlaufen auf der Nadel ziehen. Es bleibt eine Masche auf der Nadel. In dieser Weise alle Schlaufen abmaschen.

Als letztes musste ich nur noch die Fäden vernähen und die zwei kurzen Seiten zusammennähen. Fertig!

Für mich war das Tunesische Häkeln eine schöne Abwechslung. Es geht sehr schnell und macht Spaß. Bevor Ihr es versucht, solltet Ihr Euch ein Video dazu anschauen, dann geht es wirklich leicht.

Habt Ihr schon mal im Tunesischen Häkeln versucht?

Hier noch kurz ein paar Angaben zu meinem Loop;

Breite: 23 cm; Länge offen: 150 cm; Garn vom Discounter; Häkelnadel von Hobbii.de

Tschüss, bis bald!

Helga